| Text |
|
Als erste deutsche Großstadt nimmt die Duisburger
Stadtverwaltung ein Call-Center für ihre Bürger in
Betrieb: Bürger wie Fachämter sollen von unnötigen
Besuchen befreit werden. Duisburg, die Stadt mit
der größten Call-Center-Dichte Deutschlands, wird
vom kommenden Montag an durch ein weiteres bereichert.
Der Betreiber der 20. telefonischen Lebenshilfe dieser
Art auf Duisburger Gebiet ist diesmal die Stadtverwaltung,
die in einer Rekordzeit von sieben Monaten als erste
deutsche Großstadt ein kommunales Call-Center auf
die Beine gestellt hat. Bislang auf 1500 Fragen
vorbereitet Die Bürger, sagte gestern Oberbürgermeisterin
Bärbel Zieling bei der Vorstellung von "Call Duisburg"
in den Räumen des Bezirksamtes Süd, erwarten von ihrer
Stadt eine schnelle, kompetente und freundliche Bedienung.
Dies soll vom 1. Oktober an eine Gruppe von 25 Damen
und Herren leisten, die dann unter Tel: 0203 - 94000
telefonisch zu erreichen ist. Der Zweck der Übung:
Die Bürger wie auch die städtischen Fachämter sollen
künftig von überflüssigen Besuchen oder fehlgeleiteten
Anrufen befreit werden. Denn nach einer stadtinternen
Erhebung erreichen nach Worten von OB Zieling bislang
zwei von drei Bürgeranrufen in der Verwaltung nicht
ihr gewünschtes Ziel. Zieling: "Diesen Missstand werden
wir jetzt mit dem Call-Center beseitigen." Auf die
25 ausführlich geschulten neuen Telefonisten der Stadt
wartet keine leichte Aufgabe. Denn nach Worten von
Personaldezernent Gerd Bildau verfügt die Stadtverwaltung
über 2500 "Produkte" - vom Euroführerschein, über
die Wohngeldzuweisung bis zur Baugenehmigung. Somit
werden die Beschäftigten des neuen Service-Telefons
der Stadt auf eine große Datenbank zurückgreifen müssen,
um die Bürgeranfragen kompetent beantworten zu können.
Doch alle Antworten stecken in der Datenbank noch
nicht drin. Vorerst ist man auf 1500 sogenannte "häufig
gestellte Fragen" gerüstet. Aber keine Bürgeranfrage
werde unbeantwortet bleiben. Entweder werde die Antwort
per Rückruf nachgereicht, oder in Ausnahme- und Spezialfällen
werde der Anrufer dann doch in das zuständige Fachamt
weitergeleitet. In gut einem halben Jahr werde die
selbstlernende Datenbank dann praktisch jede Frage
beantworten können. Aber auch Bürgerhinweise auf Missstände
(wilde Müllkippe, defekte Fahrbahn ...) finden künftig
bei "Call Duisburg" werktags von 8 - 18 Uhr einen
festen Ansprechpartner. STEFAN ENDELL |