Ausgabe  
DUISBURG
Datum  
27.09.2001
Ressort  
LOKALAUSGABE
Überschrift  
Tel: 94000: Die Stadt ist jetzt ganz Ohr
Text  
Als erste deutsche Großstadt nimmt die Duisburger

Stadtverwaltung ein Call-Center für ihre Bürger in

Betrieb: Bürger wie Fachämter sollen von unnötigen

Besuchen befreit werden.  Duisburg, die Stadt mit

der größten Call-Center-Dichte Deutschlands, wird

vom kommenden Montag an durch ein weiteres bereichert.

Der Betreiber der 20. telefonischen Lebenshilfe dieser

Art auf Duisburger Gebiet ist diesmal die Stadtverwaltung,

die in einer Rekordzeit von sieben Monaten als erste

deutsche Großstadt ein kommunales Call-Center auf

die Beine gestellt hat. Bislang auf 1500 Fragen

vorbereitet

Die Bürger, sagte gestern Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling bei der Vorstellung von "Call Duisburg" in den Räumen des Bezirksamtes Süd, erwarten von ihrer Stadt eine schnelle, kompetente und freundliche Bedienung. Dies soll vom 1. Oktober an eine Gruppe von 25 Damen und Herren leisten, die dann unter Tel: 0203 - 94000 telefonisch zu erreichen ist. Der Zweck der Übung: Die Bürger wie auch die städtischen Fachämter sollen künftig von überflüssigen Besuchen oder fehlgeleiteten Anrufen befreit werden. Denn nach einer stadtinternen Erhebung erreichen nach Worten von OB Zieling bislang zwei von drei Bürgeranrufen in der Verwaltung nicht ihr gewünschtes Ziel. Zieling: "Diesen Missstand werden wir jetzt mit dem Call-Center beseitigen." Auf die 25 ausführlich geschulten neuen Telefonisten der Stadt wartet keine leichte Aufgabe. Denn nach Worten von Personaldezernent Gerd Bildau verfügt die Stadtverwaltung über 2500 "Produkte" - vom Euroführerschein, über die Wohngeldzuweisung bis zur Baugenehmigung. Somit werden die Beschäftigten des neuen Service-Telefons der Stadt auf eine große Datenbank zurückgreifen müssen, um die Bürgeranfragen kompetent beantworten zu können. Doch alle Antworten stecken in der Datenbank noch nicht drin. Vorerst ist man auf 1500 sogenannte "häufig gestellte Fragen" gerüstet. Aber keine Bürgeranfrage werde unbeantwortet bleiben. Entweder werde die Antwort per Rückruf nachgereicht, oder in Ausnahme- und Spezialfällen werde der Anrufer dann doch in das zuständige Fachamt weitergeleitet. In gut einem halben Jahr werde die selbstlernende Datenbank dann praktisch jede Frage beantworten können. Aber auch Bürgerhinweise auf Missstände (wilde Müllkippe, defekte Fahrbahn ...) finden künftig bei "Call Duisburg" werktags von 8 - 18 Uhr einen festen Ansprechpartner. STEFAN ENDELL