 Erstes kommunales Call Center Deutschlands geht
am Montag an den Start / 25 Leitungen geschaltet
Schnelle Hilfe unter 9 40 00
(RP). "Einen Augenblick, ich verbinde Sie", diese Auskunft gehört
ab Montag der Vergangenheit an. Dann nämlich geht pünktlich 8 Uhr
das erste kommunale Call Center Deutschlands an den Start. 25
Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden montags bis freitags jeweils
bis 18 Uhr unter der Rufnummer 0203 / 9 40 00 erreichbar sein und
versuchen, die Fragen der anrufenden Kunden direkt zu beantworten.
"Das wird am Anfang schätzungsweise in 40 Prozent der Fälle
möglich sein", sagt Norbert Brandstätter, Leiter von Call Duisburg.
Schon in drei Monaten sollen 70 Prozent der Anliegen auf Anhieb
erledigt werden. Denn die Mitarbeiter können bei ihrer Arbeit auf
eine lernfähige Wissensdatenbank zurückgreifen. Je mehr dort
eingespeist wird, um so mehr Fragen können die Mitarbeiter mit Hilfe
der Technik beantworten.
In nur sieben Monaten ist das Call Center aufgebaut worden. Die
Räume befinden sich im Bezirksamt Süd, dort, wo bis vor einigen
Monaten noch die Kantine untergebracht war. Dort sitzen 25
Mitarbeiter, die zuvor in anderen Abteilungen der Stadtverwaltung
gearbeitet haben. Sie wurden in den vergangenen Monaten für ihre
neue Aufgabe geschult. Jeder der 25 hat einen eigenen Arbeitsplatz
mit Telefon und PC.
"Schnell, kompetent und freunlich", sollen die Mitarbeiter den
Kunden nach Aussagen von Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling
weiterhelfen. Können die Angestellten mal nicht sofort eine Antwort
geben, wird der Kunde dennoch nicht weiterverbunden, sondern zu
einem späteren Zeitpunkt zurückgerufen. Der Hintergrund ist einfach:
In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass 60 Prozent der Anrufe
bei der Stadtverwaltung zu keinem Ergebnis führten. Damit soll nun
Schluss sein, Verbindungs-Marathons soll es nicht mehr geben. Den
neuen Service hat sich die Stadt übrigens eine Million Mark kosten
lassen.
Andere Städte wie Köln und Dortmund, die schon vor Duisburg über
ein kommunales Call Center nachgedacht haben, werden wohl in den
nächsten Monaten dem schnellen Schritt der Duisburger folgen. Denn
auch bei Stadtverwaltungen steht immer mehr der Servicegedanke im
Vordergrund.
Von MARITA
JÜNGST |